Masern – Erreger, Symptome, Impfung & Behandlung

Eine Masern Erkrankung ist heutzutage deutlich seltener geworden, doch es gibt leider immer wieder regionale Vorkommnisse.

Die Masern zählen zu den ansteckendsten Erkrankungen. Wenn ein Verdacht auf eine solche Infektionskrankheit besteht, dann muss sofort ein Arztbesuch vereinbart werden. Zudem ist eine Masern-Erkrankung meldepflichtig.

Ebenso sollte auch beachtet werden, dass nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene Personen an Masern erkranken können. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch seinen Impfstatus überprüfen.

Ansteckung und Übertragung

Auch Masern ist eine Krankheit, die sich über Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen überträgt. Beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen werden winzig kleine Speicheltropfen, die den Krankheitserreger enthalten, in die Luft abgegeben. Indem andere Personen diese dann einatmen, infizieren Sie sich ebenfalls mit den Viren.

Jeder, der noch nicht mit dem Masern-Virus infiziert war oder nicht gegen den Erreger geimpft ist, kann sich damit anstecken. Neugeborene Babys sind bis zum vierten bis sechsten Lebensmonat durch spezielle Antikörper der Mutter geschützt: Die Grundvoraussetzung ist hier, dass die Mutter selbst einen Schutz beziehungsweise eine Immunität gegen Masern hat.

Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit, von der Infektion mit dem Erreger bis hin zum Krankheitsausbruch beträgt 8 bis 10 Tage. Nach ungefähr 14 Tagen macht sich am Körper der Ausschlag, ein sogenanntes Exanthem bemerkbar. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt ungefähr vier bis fünf Tage nach dem Auftreten des Exanthems. Erst wenn dieser Ausschlag wieder verschwunden ist, ist keine Infektionsgefahr mehr gegeben.

Diese Erkrankung ist wie bereits erwähnt hochansteckend: So gut wie jede ungeimpfte Person, die Kontakt mit einem an Masern erkrankten Menschen hat, wird auch mit dem Erreger infiziert. Es muss dabei aber nicht automatisch zum Ausbruch der Masernerkrankung kommen.

In fast jedem Fall entwickelt das Immunsystem gewisse Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper gegen den Erreger und auf diese Weise entsteht eine Immunität gegen die Krankheit. Die Masern-Antikörper werden auch nach der Schutzimpfung gebildet und schützen somit vor einem Ausbruch der Krankheit.

Welcher Erreger löst die Masern aus?

Masern werden vom hochinfektiösen Masernvirus hervorgerufen. Dieser Erreger gehört zur Familie der Paramyxoviren und ist weltweit sehr weit verbreitet.

Besonders verbreitet ist die Krankheit in asiatischen sowie in afrikanischen Entwicklungsländern: Hier gehört sie zu den zehn häufigsten Infektionserkrankungen, die in den meisten Fällen tödlich enden.

Hierzulande ist die Zahl der gemeldeten Masern-Erkrankungen seit der Einführung der Masern-Schutzimpfung drastisch zurückgegangen. Seit einigen Jahren liegt sie meistens bei weniger als 2000 registrierten Fällen jährlich.

Bedauerlicherweise kommt es zeitlich begrenzt immer wieder zu bundesweiten oder regionalen Masern-Ausbrüchen. Des Weiteren leiden in den letzten Jahren immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene an dieser „Kinderkrankheit“.

Damit das verhindert wird, muss dringend die Schutzimpfung in Anspruch genommen werden.

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Masern – Symptome und Krankheitsverlauf

Es gibt vor allem zwei Stadien der Masern-Erkrankung, ein Vor- und ein Hauptstadium.

Vorstadium – Prodromalstadium

8 bis 10 Tage nach der Infizierung mit dem Masern-Virus beginnt das Vorstadium. Hier zeigen sich unspezifische grippeähnliche Symptome wie:

  • mäßiges Fieber
  • trockener Husten
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen

Vor allem der trockene Husten kann sehr schmerzhaft sein.

Hinzu kommen dann Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen. Auch Anzeichen wie eine Lichtempfindlichkeit – in Kombination mit einer Bindehautentzündung, die sich insbesondere durch tränende Augen bemerkbar macht – deutet auf eine Masern-Erkrankung hin. In den meisten Fällen haben die Patienten ein aufgedunsenes Gesicht.

Ab dem dritten Tag beginnen sich an der Wangenschleimhaut die typischen Koplik-Flecken bemerkbar zu machen. Es handelt sich hierbei um weiße Beläge, die Kalk-Spritzern ähneln und von einem rötlichen Hof umgeben sind.

Ab dem dritten Tag steigt auch die Körpertemperatur stark an und die gesamte Rachen- und Mundschleimhaut ist gerötet. Gegen Ende des Vorstadiums – das ungefähr drei bis fünf Tage dauert – sinkt dann auch wieder das Fieber.

Hauptstadium – Exanthem-Stadium

In diesem zweiten Stadium dominiert der charakteristische Hautausschlag, das Exanthem. Dieser fachterminologische Begriff leitet sich aus der griechischen Sprache ab: „Exantheo“ bedeutet übersetzt so viel wie „ich blühe auf“.

Im Hauptstadium steigt auch das Fieber erneut steil an. Die Symptome des Vorstadiums intensivieren sich und in den meisten Fällen schwellen auch die Lymphknoten am Hals an. Zeitgleich mit dem Anstieg der Köpertemperatur kommt es auch zu den erst einmal hellroten Flecken auf der Haut, die ineinanderfließen.

Die Fieberkrämpfe treten nun auch recht häufig auf.

Der Hautausschlag beginnt zuerst hinter den Ohren. Von dort aus verbreitet er sich über das gesamte Gesicht und den Körper. Lediglich die Fußsohlen und die Handflächen bleiben verschont. Die Hautflecken färben sich nach einigen Tagen dunkler und werden violett bis leicht bräunlich. Nach fünf bis sieben Tagen verblassen sie schließlich in derselben Reihenfolge wie sie gekommen sind mit der einhergehenden Hautschuppung.

Parallel gehen auch die restlichen Beschwerden der Erkrankung zurück. Die Körpertemperatur sinkt ebenfalls nach fünf bis sieben Tagen. Erst wenn der Hautausschlag komplett verschwunden, gilt ein Patient als nicht mehr ansteckend. Wenn keinerlei Komplikationen auftreten, dauert die Erholungsphase ungefähr 2 Wochen.

Welche seltenen Komplikationen können auftreten?

Laut der vorhandenen Statistiken entwickelt eins von hundert Kindern infolge einer Masernerkrankung Komplikationen wie zum Beispiel:

  • Mittelohrentzündung
  • Kehlkopfentzündung
  • Lungenentzündung
  • Masern-Enzephalitis:

Diese sehr gefährliche Gehirnentzündung ist zum Glück nur äußerst selten. Sie tritt lediglich bei 0,1 % der Erkrankten auf. Zeigen sich jedoch plötzlich auftretende Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle muss eine solche Komplikation in Betracht gezogen werden. Das ist ein absoluter Notfall, sodass in einem solchen Fall umgehend ein Arzt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden muss!

In ungefähr 10 von 100.000 Fällen kann es noch sechs bis acht Jahre nach der Masern-Erkrankung zu einer sogenannten subakuten-sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) kommen. Diese beginnt mit psychischen Störungen sowie muskulären Krämpfen und führt zu einer fortschreitenden Schädigung des Gehirns. Diese ist nicht behandelbar und endet schließlich mit dem Tod der erkrankten Person.

Wie wird die ärztliche Diagnose gestellt?

Sofern der Verdacht auf eine Masernerkrankung besteht, sollte unbedingt ein Kinder- oder Allgemeinarzt konsultiert werden. Dieser wird das Kind dann sorgfältig untersuchen und eine zweifelsfreie ärztliche Diagnose stellen. In eher seltenen Fällen kann das Masern-Virus auch zu einer Nackensteifigkeit oder Krampfanfällen führen: Diese Vorboten können auf eine Gehirnentzündung hindeuten.

Auch das ist ein absoluter Notfall, der umgehend in ärztliche Behandlung gehört!

Masern – wie sieht die Behandlung der Erkrankung aus?

Eine spezielle Therapie gegen Masern gibt es bedauerlicherweise nicht. Antibiotika sind gegen Viren wirkungslos und werden daher nur zur Behandlung bakterieller Erkrankungen verwendet. Eine an Masern erkrankte Person braucht viel Geborgenheit und Ruhe. Die betroffenen Kinder oder Patienten sind sehr lichtempfindlich, sodass sie eher in abgedunkelten Räumen legen sollen. Fernsehen und Lesen sind eher nicht empfehlenswerte Beschäftigungen.

Rund vier Wochen nach dem Ansteckungsbeginn ist die Erkrankung überwunden.

Die Behandlung einer Masern-Erkrankung zielt also in erster Linie auf eine Linderung der Symptome ab:

 

  • Kindern brauchen viele liebevolle elterliche Fürsorge
  • Die erkrankten Kinder oder Personen sollten strenge Bettruhe einhalten.
  • Das Zimmer sollte abgedunkelt werden, denn das wird bei einer begleitenden Bindehautentzündung als sehr wohltuend wahrgenommen.
  • Eine hohe Körpertemperatur kann durch Fieberzäpfchen und Wadenwickel gesenkt werden. Bei älteren Kindern können nach Rücksprache mit dem Arzt auch Fiebertabletten oder Saft zur Anwendung kommen.

Das Fieber hat eine sehr wichtige Funktion bei der Virenbekämpfung, daher sollten Arzneimittelpräparate nur bei einem hohen Leidensdruck zur Anwendung kommen.

  • Es muss auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung geachtet werden.
  • Wenn das Kind Appetit hat, sollte eine leichte Kost serviert werden, so zum Beispiel Kartoffelpüree oder Kompott.
  • Gegen den juckenden Hautausschlag hilft kühles Wasser: Damit kann das Kind von Zeit zu Zeit abgewaschen werden.
  • In Entwicklungsländern konnte zudem herausgefunden werden, dass die Zufuhr von Vitamin A einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann.
  • Auch naturheilkundliche oder homöopathische Mittel können begleitend zur Anwendung kommen.

Wie sieht die Prognose bei einer Masern-Erkrankung aus?

In den meisten Fällen heilen Masern völlig problemlos aus. In rund 10 bis 20 % aller Krankheitsfälle kann es hingegen auch zu Komplikationen kommen. Betroffen sind vor allem kleine Kinder, die das fünfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben sowie Erwachsene über 20 Jahre. Solche Komplikationen können zum Teil auch ein tödliches Ende nehmen. Das gilt vor allem dann, wenn es zu Gehirnentzündungen kommt, die sich entweder kurz nach der Infektion oder als Spätfolge, jahrelang später, entwickeln.

Insgesamt liegt die Masern-Sterberate in den gut entwickelten Ländern wie zum Beispiel Deutschland laut der Weltgesundheitsorganisation bei 0,1 %: Das entspricht einem Todesfall pro 1000 Masern-Erkrankten. In den Entwicklungsländern wie etwa im afrikanischen Raum, ist die Sterberate schon deutlich höher, beispielsweise auch bedingt durch eine Mangelernährung.

Schutzimpfung und Prävention der Erkrankung

In seltenen Fällen können Masern schwerwiegende Komplikationen – bis hin zum Tod – verursachen. Aus diesem Grund empfiehlt die Ständige Impfkommission „STIKO“ des Robert-Koch-Instituts (RKI) allen Säuglingen, kleinen Kindern und auch allen nicht geimpften Erwachsenen, die Masern-Schutzimpfung in Anspruch zu nehmen!

Am 17. Juli des Jahres 2019 hat das Bundeskabinett einheitlich die Impflicht gegen Masern beschlossen! Demnach ist die Schutzimpfung für Kinder, die eine öffentliche Betreuung wie etwa eine Kita besuchen – gesetzlich vorgeschrieben. Dasselbe gilt für schulpflichtige Kinder! Auch Erwachsene, die in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten wie zum Beispiel Erzieher, Lehrer oder medizinisches Personal unterliegen der gesetzlichen Impfpflicht, sofern sie nicht schon die Masern durchgemacht haben und somit immun gegen den Erreger sind.

Auch Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften leben, müssen gegen Masern geimpft werden.

Der Impfstoff ist ein sogenannter Lebendimpfstoff. Das heißt, dass abgeschwächte Masern-Viren injiziert werden, die ihre krankmachende Wirkung jedoch vollständig oder teilweise verloren haben.

Dennoch reagiert das menschliche Immunsystem mit der Bildung spezieller Antikörper gegen die Erreger.

Die Masern-Schutzimpfung wird somit als eine „aktive Impfung“ bezeichnet.

Es dauert einige Zeit, bis die Antikörper gebildet werden, doch nach ungefähr 4 bis 6 Wochen sind diese körpereigenen Abwehrstoffe im Blut nachweisbar.

Damit die Masern-Schutzimpfung ihre volle Wirksamkeit entfalten kann, sind zwei Impfdosen erforderlich: Die erste Impfdosis wird in der Regel im Säuglingsalter zwischen dem 11. sowie dem 14. Lebensmonat verabreicht. Die zweite Impfdosis wird zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat gegeben, in jedem Fall aber frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung.

Im Allgemeinen wird der Impfstoff zusammen mit den Impfstoffen gegen die Erkrankungen Röteln und Mumps verabreicht. Es handelt sich also um eine sogenannte „Kombinationsimpfung“, kurz MMR-Impfung.

Auch erwachsene Personen, die nicht der gesetzlichen Impfpflicht unterliegen, sollten gemäß den Empfehlungen der STIKO die Masern-Impfung in Form einer einmaligen Dosis nachholen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn:

  1. diese Personen als Kind keine Schutzimpfung erhalten haben beziehungsweise nicht die beiden empfohlenen Impfdosen oder
  2. wenn unklar ist, ob sie überhaupt gegen Masern geimpft sind oder nicht. Mediziner sprechen in einem solchen Fall von einem unklaren Impfstatus.

Ein unklarer Impfstatus besteht meistens bei erwachsenen Personen, die nach 1970 geboren sind: In dieser Altersgruppe sind sehr viele Menschen ungeimpft und haben auch selbst nicht die Masern als Kind durchgemacht.

Bei erwachsenen Menschen kann diese Infektionserkrankung häufiger ernsthafte und gefährliche Komplikationen nach sich ziehen als bei Kindern.

Wichtig ist zu wissen, dass die Masern-Schutzimpfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden kann. Wenn in der Kindheit nur eine der beiden Teilimpfungen durchgeführt wurde oder nicht alle Schutzimpfungen ausreichend im Impfpass dokumentiert wurden, kann der Arzt mittels Blutabnahme den aktuellen Impfstatus bestimmen. Eine „Überimpfung“, die vielfach befürchtet wird, kann es nicht geben.

Grundsätzlich wird die Schutzimpfung gegen Masern allen Menschen empfohlen. Insbesondere Frauen sollten sich jedoch gewissenhaft um diese Impfung bemühen, vor allem, wenn sie gerne Nachwuchs bekommen möchten. Auch die Eltern kleiner Kinder oder Personen, die in Gesundheitsberufen tätig sind, sollten auf einen vollständigen Impfschutz achten.

Im Allgemeinen gilt die Impfung als sehr gut verträglich und zugleich hochwirksam. Nur durch eine entsprechend hohe Impfungsrate kann diese hochansteckende Infektionserkrankung aus der Bevölkerung eliminiert werden. Das ist auch das Ziel der Weltgesundheitsorganisation für die gesamte Welt!

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